Kernfusion
Können wir die Sonne auf die Erde holen?
Kernfusion, also die Verschmelzung leichter Atomkerne, ist der prozess, aus dem die Sonne die gewaltigen Energiemengen gewinnt. Der Versuch, dieses auf der Erde nachzuvollziehen und daraus unerschöpflich Energie zu gewinnen, ist aus mehreren Gründen kritisch zu hinterfragen.
Der erste Grund: Energie aus Fusionsprozessen wird uns von der Sonne frei Haus in mehr als bnötigter Menge geliefert. Warum sollten wir also nicht zunächst die Techniken, mit denen diese Energie nutzbar gemacht werden kann, perfektionieren? Alle Anzeichen deten daruf hin, dass das möglich ist. Damit würden sich die Energibedarfe der Menschheit in aller Zukunft decken lassen, andere problemfelder wie Wasserversorgung und Welternährung könnten im Fokus der Entwicklungsanstrengungen nach vorne rücken.
Der zweite Grund: Selbst wenn es gelänge, den Fusionsprozess technisch soweit zu beherrschen, dass er als Energielieferant genutzt werden könnte, wäre er doch wieder mit der Müllproblematik verbunden. Zwar entstehen bei der Fusion deutlich weniger radioaktive Abfälle als bei der Kernspaltung, aber die Menge ist nicht zu vernachlässigen.
Der dritte Grund: Die Entwicklungsanstrengungen haben bisher schon riesige Geldbeträge verschlungen, eventuelle produktive Anlagen werden wahnsinnig teuer werden. Eine Aussicht auf Wirtshaftlichkeit ist in keiner Weise absehbar, im Gegensatz zur Nutzung regenerativer Energie. Ein Engagement der Energiewirtschaft ist unter diesen Umständen nicht sehr wahrscheinlich.
Der vierte Grund: Bisher wurden die Bedingungen der Fusionsreaktion nur für sehr kurze Zeiten aufrechterhalten. Der Zeitraum bis zur Nutzbarkeit liegt seit Jahren kostant bei 50 Jahren. Sovel Zeit zur Lösung der Energieprobleme steht uns aber nicht mehr zur Verfügung.
Vielleicht kann man sich diesem Thema in Ruhe widmen, wenn die Energieversorgung weltweit regenerativ erfolgt, also vielleicht in hundert Jahren.